Wasserschildkröten

 

 

Buchtipp

Wapelhorst: Schmuckschildkröten, 6,95 Euro

Auf vielen Futtermitteln findet man Angaben wie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche... Doch was ist das? Antworten gibt die

Weender Futtermittelanalyse

Die Weender Analyse ist nach der Ortschaft Weende bei Göttingen benannt, entwickelt wurde sie bereits 1864.

Rohwasser und Trockensubstanz
Der erste Analyse-Schritt ist die Unterscheidung von Rohwasser und Trockensubstanz, dazu wird das Futtermittel auf 103°C erwärmt. Das Rohwasser umfasst dann alle bei 103°C flüchtigen Bestandteile, wie Wasser, einige Fettsäuren, Alkohol, ätherische Öle. Alles andere ist die Trockensubstanz, sie wird in weiteren Schritten in Rohasche, Rohprotein, Rohfett, Rohfaster und N-freie Extraktstoffe unterteilt.

Rohasche:
Zur Bestimmung der Rohasche wird das Futtermittel in einem Ofen bei 550°C verascht, der Rückstand wird als Rohasche bezeichnet und enthält Mineralstoffe (z.B. Calcium) und andere anorganische Substanzen.

Rohfett:
Als Rohfett werden alle Stoffe bezeichnet die sich in Petroläther lösen lassen, dies sind neben den eigentlichen Fetten unter anderem Carotinoide (beispielsweise Beta-Carotin (Vorstufe des Vitamin A)).

Rohprotein:
Mit dem so genannten Kjeldahlverfahren lässt sich das Rohprotein bestimmen, es enthält alle Stickstoffhaltigen organischen Verbindungen, also neben den Proteinen (=Eiweiße), auch Amine, freie Aminosäuren, Ammoniumsalze etc.

Rohfaser:
Als Rohfaser werden fett- und aschefreie Stoffe bezeichnet die in Säuren und Laugen unlöslich sind, beispeilsweise Zellulose.

N-freie Extraktstoffe:
Die Stickstoff-freien Extraktstoffe werden auf der Packung nicht mit angegeben, da diese Gruppe nicht per Analyse sondern rein rechnerisch erfasst wird. Die Trockensubstanz abzüglich Rohasche, Rohfett, Rohprotein und Rohfaser ergibt die N-freien Extraktstoffe, dies sind unter anderem Stärke und Zucker.

Sticks und Bachflohkrebse im Vergleich:

  Sticks Gammarus
Rohprotein 40 % 35 %
Rohfett 7% 5 %
Rohfaser 1 % 7 %
Rohasche 9 % 40 %

Ich habe hier mal ein Beispiel rausgenommen, die Sticks der verschiedenen Hersteller haben eine unterschiedliche Zusammensetzung. Auch für Gammarus gibt es unterschiedliche Analysen. Wie man sieht unterscheiden sich Sticks und Bachflohkrebse (Gammarus) nicht wesentlich im Protein-Gehalt, daher ist die Behauptung dass Sticks zu viel Proteine für Wasserschildkröten enthalten so auch nicht richtig. Viel entscheidener ist dass Sticks im Gegensatz zu Bachflohkrebsen einen deutlich geringeren Rohfaser und Rohasche-Gehalt haben. Rohfaser und -asche sind jedoch bei der Ernährung von Wasserschildkröten ganz entscheidene Faktoren, sie tragen entscheidend zu einem Sättigungsgefühl und funktionierender Darmperistaltik bei.
Außerdem fällt bei genauerem Nachrechnen auf dass Gammarus 13% N-freie Extraktstoffe, Sticks hingegen 43 % N-freie Extraktstoffe enthalten. Die in Sticks enthaltene große Menge an Kohlenhydraten ist leicht verdaulich und führt zu einer hohen Energiezufuhr durch Sticks.
Daher gewinnen im Vergleich der beiden häufig eingesetzten Schildkrötenfutter ganz klar die Bachflohkrebse, sie sollten vor Sticks ganz klar bevorzugt werden.

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