Wasserschildkröten

 

 

Buchtipp

Wapelhorst: Schmuckschildkröten, 6,95 Euro

Nackenstreifen-Dornschildkröte, Cyclemys tcheponensis

Bei der Nackenstreifen-Dornschildkröte handelt es sich um eine mittelgroße Sumpfschildkröte aus dem südlichen Asien. Die Art ist in Südchina, Nordvietnam, Nordthailand, Laos und Kambodscha verbreitet. In neuerer Literatur wird sie als Unterart der Birma-Dornschildkröte (Cyclemys shanensis) geführt.

Cyclemys tcheponensis können eine Panzerlänge von etwa 20-25 cm erreichen. Es handelt sich um ruhige und ausdauernde Wasserschildkröten, deren Pflege unter Beachtung einiger Grundbedürfnisse durchaus als einfach bezeichnet werden kann. Die friedlichen Schildkröten können gut in Gruppen gehalten werden, jedoch empfiehlt es sich gerade bei Zuchtversuchen, die Männchen einzeln zu halten und nur kontrolliert mit den Weibchen zu verpaaren.

Den Bewohnern von Bächen und Flüssen sowie Uferabschnitten sollten geräumige Aquaterrarien mit ausreichend großem Wasser- und Landteil (mindestens ein Viertel der Grundfläche) geboten werden. Der Landteil sollte mit einer etwa Panzerbreiten Schicht Substrat (bewährt hat sich ein Gemisch aus Sand und Blumenerde) befüllt sein, in das sich die Tiere gelegentlich einwühlen. Eine weitere Strukturierung kann durch halbierte Korkröhren o.ä. erfolgen, die gerne als Höhlen angenommen werden. Da es sich um gute Schwimmer handelt, kann der Wasserstand gut und gerne 30cm oder mehr betragen, gleichzeitig muss aber darauf geachtet werden, dass sich auch im Wasser Ruheplätze befinden. Ich verwende hierfür armdicke Äste von Obstbäumen, die zuvor einige Zeit im Gartenteich gewässert wurden.

Zur Filterung haben sich aufgrund der relativ großen Wasserverschmutzung durch die Tiere (vor allem durch vom Landteil ins Wasser verschlepptes Substrat) leistungsstarke Außenfilter am besten bewährt, gleichzeitig sollte aber auf regelmäßige Wasserwechsel nicht verzichtet werden.

Auf einen Bodengrund im Wasserteil kann man verzichten, da dieser von den Tieren praktisch nicht genutzt wird und somit nur die Reinigung des Behälters erschwert.

Zur Beleuchtung eignen sich handelsübliche Leuchtstoffröhren, zusätzliche Wärmestrahler sind nicht notwendig, da Sonnenplätze praktisch nie aufgesucht werden.

Die Temperaturen im Becken sollten zwischen 24 und 28°C betragen, kurze Abkühlungen werden von den Tieren i.d.R. toleriert. Ein Jahresrhythmus ist für diese tropischen Schildkröten meines Erachtens nach nicht notwendig, kann sich jedoch positiv auf Nachzuchtbemühungen auswirken. (siehe unten)

Eine Freilandhaltung ist während des Sommers in geschützten Anlagen gut möglich, sofern die Temperaturen über 20°C erreichen, vorteilhaft ist sicherlich die Anlage eines Gewächshauses. Leider hat man bei dieser Haltungsform jedoch wenig Kontrolle über die Tiere, da sie verhältnismäßig schnell verwildern.

Ernährung: Bei mir hat sich eine Fütterung von tierischer und pflanzlicher Kost im Verhältnis 1:1 am besten bewährt, wobei Wasserpflanzen meiner Erfahrung nach nur sehr zögerlich angenommen werden. Gereicht werden können alle erdenklichen Futtersorten wie Fisch, Garnelen, nestjunge Mäuse, Insekten, Weichtiere, Pellets, div. Obst und Früchte sowie teilweise sogar Pilze.

Nachzucht: Um die Geschlechter zu synchronisieren kann eine winterliche Ruhephase bei verkürzter Beleuchtungsdauer und leicht abgesenkten Temperaturen eingelegt werden, bei KARÁCSONY (2007) half auch eine simulierte Regen- und Trockenzeit. Zur Stimulation, können Wasserwechsel mit kaltem Wasser ebenfalls Wunder bewirken. Bei mir kamen Cyclemys sp. außerdem bei einer zusätzlichen Erhöhung des Wasserstandes in Paarungsstimmung. Meine weiblichen Cyclemys tcheponensis legten im April/Mai je ein Gelege mit zwei bis drei Eiern ab, die eine Länge von etwa 50 mm aufwiesen. Sie wurden in Kokosfaser-Substrat gebettet und in einen Inkubator überführt, der eine Temperatur von ca. 28°C aufweist. Nach SCHILDE (2003) benötigen Cyclemys-Eier etwa 73 - 76 Tage bis zum Schlupf.

Buchtipps:
jetzt bestellen! Haltung von Wasserschildkröten von Andreas S. Hennig, aus dem Natur und Tier-Verlag, für nur 19,80 Euro.

Asiatische Sumpfschildkröten. Die Familie der Geomydidae in Südostasien, China und Japan von Maik Schilde, aus dem Natur und Tier-Verlag, für 39,80 Euro.

Links:

www.empireoftheturtle.com [englisch]

www.chelonia.org [englisch]

Verwendete und weiterführende Literatur:

FRITZ, U. & P. HAVAS (2006): Checklist of Chelonians of the World, at the request of the CITES Nomenclature Committee and the German Agency for Nature Conservation. Dresden: German Federal Ministry of Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety and Museum of Zoology, 230 S.

KARÁCSONY, Z. (2007): Haltung und Nachzucht von Cyclemys dentata (GRAY, 1831) (Reptilia: Testudines: Geoemydidae). Radiata, Lingenfeld, 16 (1): 24-31.

SCHILDE, M. (2003): Die Dornschildkröten der Gattung Cyclemys Bell, 1834. - Draco, Münster, 4(1): 37-41.

SCHILDE, M. & E. LEHR (2002): Zur Haltung und Nachzucht von Cyclemys tcheponensis (Bourret, 1939). - Radiata, Haan, 11(1): 31-34.

 

Autor & Copyright: Sebastian Nickl

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