Wasserschildkröten

 

 

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Laub für die Überwinterung

Das wichtigste gleich zu Beginn: Ich verwende für die Überwinterung meiner Wasserschildkröten immer Eichen- oder Buchenlaub. Ich zeige dir hier, wie man es erkennt und was man beim Sammeln beachten muss.

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Laub und Schildkröten

Ich nutze schon immer für die Überwinterung meine Wasser- und Landschildkröten Eichenlaub und Buchenlaub. Bei der Wasserschildkröten-Überwinterung ersetzt das Laub den Bodenschlamm, in dem die Schildkröten in der Natur überwintern würden. Beide Bäume haben ein sehr hartes Laub, es ist daher für Landschildkröten ideal, da es strukturstabil, locker und luftig ist. Eichenlaub und Buchenlaub verrottet sehr langsam, es sieht nach der Überwinterung fast aus wie vorher. Das ist ideal, da schnell verrottende Blätter das Wasser während der Überwinterung nur unnötig belasten würden. Es droht dann umzukippen.

Rechtliches zum Laubsammeln

In deutschen Wäldern herscht laut Bundeswaldgesetz grundsätzlich Betretungsrecht. In Naturschutzgebieten, die mit Schildern gekennzeichnet sind, darf man jedoch die Wege nicht verlassen und nichts mitnehmen. Ansonsten sieht das Bundesnaturschutzgesetz mit der sogenannten Handstraußregelung vor, dass jeder wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moos, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Beretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen darf. Buchen und Eichen sind die häufigsten Laubbäume in Deutschland, es dürfte also kein Probelm sein, eine passende Stelle zum Laubsammeln zu finden.

Eichenlaub

Eichen werden bis zu 30 m hoch. Sie haben eine stark gerippte Rinde. Ihre Krone ist mächtig aber unregelmäßig. Die Äste sind knorrig und vielfach gewunden. Die Blätter werden bist zu 14 cm groß, sind verkehrt-eiförmig und buchtig-fiederlappig. In Mitteleuropa kommen zwei Eichen-Arten vor. Die Stieleiche (Quercus robur) hat ungestielte Blattstiel, heißt aber dennoch Stieleiche, da ihre Eicheln an 3-8 cm langen Fruchtstielen sitzen. Die Traubeneiche (Quercus petraea) hat Blätter mit einem deutlichen, gelben Blattstiel. Die Eicheln der Traubeneiche haben jedoch keinen Stiel, man sagt, sie hat sitzende Früchte. Wenn ihr Eicheln findet, dann kann eine Eiche nicht weit sein! Die Eicheln werden bis 2,5 cm lang und sind im unteren Drittel von einem Fruchtbecher (Cupula) umschlossen.

Die Eiche gilt als giftig. Dies ist auf ihren Gehalt an Gerbstoffen, den Taninen zurückzuführen. Es sind vorwiegend Ellagitannine und Proanthocyanidine. Diese sind vor allem in unreifen Eicheln, jungen Blättern und der Rinde enthalten. Bei übermäßigem Verzehr kann es zu gastroinstestinalen Beschwerden kommen (Durchfall, Koliken). Aber die Wasserschildkröten sollten während der Überwinterung das Laub ja nicht fressen. Es gibt die Tanine an das Wasser ab, das sorgt für eine Ansäuerung des Wassers. Durch dieses leicht saure Wasser ist die Gefahr von Haut- und Panzerinfektionen während der Überwinterung minimiert. Außerdem wird die Gefahr von Schimmel deutlich reduziert. Tanine wirken leicht desinfizierend, antibakteriel, antiviral und antimykotisch.

Übrigens, Kork stammt von der Korkeiche (Quercus suber), wenn Eichen also ganz schlimm giftig wären, könnte man Kork im Schildkrötenaquarium auch nicht verweden.

Die in Nordamerika vorkommende Spitzeiche (Quercus rubra) wird auch Roteiche genannt, denn im Herbst hat sie eine herlich rote Blattfärbung. Die Blätter sind ähnlich geformt, wie bei den heimischen Eichen, aber sie hat spitze Blattlappen.

Buchenlaub

Wenn ich hier von Buchen spreche, so meine ich immer die Rotbuche (Fagus sylvatica). Es ist die einzige, natürlich in Mitteleuropa vorkommende Buche. Die Hainbuche (Carpinus betulus) klingt vom deutschen Namen her so ähnlich, ist aber keine Buche im eigentlichen Sinne.

Auch die Buche wird bist zu 30 m hoch. Sie hat jedoch, im Gegensatz zur Eiche, einen schlanken, geraden Stamm, mit einer relativ glatten Rinde. Die Krone der Buche ist dicht und domartig. Die kurzgestielten Blätter der Rotbuche sind bis zu 10 cm lang, sie sind eiförmig und haben einen schwach welligen Rand. Im grünen Zustand sind sie am Blattanfang behaart, auf den Flächen jedoch kahl.

Die Früchte der Rotbuche heißen Bucheckern. Es sind dreikantige, rotbraune Nüsse die zu zweit in einem vierspaltigen, holzigen Fruchtbecher sitzen. Der Fruchtbecher hat außen weiche Stacheln. Findet ihr Bucheckern, so kann eine Buche nicht weit sein!

Es gibt von der Rotbuche einige Zierformen. Die Zuchtform mit dunkelroten Blättern heißt Blutbuche. Das "rot" im Namen der Rotbuche ist auf ihr leicht rötliches Holz zurückzuführen. Es gibt außerdem auch eine Form mit hängenden Ästen, die Hänge- oder Trauerbuche.

Die Buche enthält auch Giftstoffe (Saponine & Oxalsäure) und ist daher beim Verzehr von größeren Mengen giftig.

Seemandelbaum-Blätter

Die Blätter des Seemandelbaums (Terminalia catappa) geben, genau wie Eichenblätter, Huminsäuren an das Wasser ab. Sie zersetzten sich, wie Eichenblätter, sehr langsam. Sie sind daher gut für die Überwinterung von Wasserschildkröten geeignet. Mein Kritikpunkt an diesen Blättern ist jedoch, dass sie aus den Tropen importiert werden. Der lange Transportweg belastet die Umwelt. Daher bin ich Fan der heimischen Blätter, Tierfreunde sollten auch Naturfreunde sein!

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