Wasserschildkröten

 

 

Buchtipps

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Wapelhorst: Schmuckschildkröten, 6,95 Euro

Dreistreifen-Klappschildkröte, Kinosternon baurii

Kinosternon baurii gehört zur Familie der Kinosternidae (Schlammschildkröten), es sind bei dieser Art keine Unterarten anerkannt.

Verbreitung

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich lt. SCHILDE (2001) von den Florida Keys über die gesamte Halbinsel Florida und entlang der Atlantikküste bis nach Virginia, in denen die Kinosterniden ruhige Gewässer mit weichen Bodengrund (wie z.B. Sümpfe/Kanäle/Teiche) ab einer Wasserhöhe von 60 cm bewohnen.

Beschreibung

Der grau-braune Rückenpanzer der Tiere weist im Schlüpflingsalter drei deutliche gelbe Streifen auf und ist, je nach Herkunftsgebiet des Tieres, mehr oder weniger stark ausgeprägt. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Moschusschildkröte weist dieser nur schwach ausgeprägte Kiele auf. Bereits die ersten Wachstumsringe der Schlüpflinge färben sich heller. Der gelblich gefärbte Bauchpanzer besitzt entlang der Schildnähte eine schwarze Zeichnung. Weiter besitzt diese Art hier zwei gut funktionierende Scharniere, welche den Tieren einen fast vollständigen Verschluss des Panzers ermöglichen. Die Haut ist dunkelgrau gefärbt, lediglich Kopf und Hals zeigen gelbe Streifen; teilweise zusätzlich gelbe Punkte.

Größe

Kinosternon baurii werden bis zu 12,7 cm (Carapaxlänge) groß, SCHILDE (2001).

Geschlechtsunterscheidung

Männchen besitzen einen längeren und dickeren Schwanz als Weibchen, des weiteren bleiben Männchen kleiner. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind Haftpolster an den Hinterbeinen des Männchens.

Ernährung

Ausgewachsene Tiere: Diese Art ernährt sich omnivor. Laut SCHILDE (2001) werden in der Natur verschiedenen Pflanzen und deren Früchte wie z.B. die der Sabal Palme (= Sabal palmetto), sowie kleinen Schnecken, Insekten und deren Larven, wie auch Würmer gefressen.
Beim Halter können Regenwürmer, Fisch, Schnecken (Wasserschnecken, Gehäuseschnecken), Asseln sowie entsprechend gekochter Schildkrötenpudding verfüttert werden. Pflanzliche Nahrung sollte in Form von Wasserpflanzen (Wasserlinse, Wasserpest etc...), Salat (Romana etc...), Löwenzahn und Vogelmiere angeboten werden.

Ernährung der Schlüpflinge

Die erste Woche nach dem Schlupf fressen die Jungtiere bei mir ausschließlich Lebendfutter, bereits danach konnten die Tiere an Frostfutter gewöhnt werden. Dieses besteht aus den verschiedenen Sorten Mückenlarven und Wasserflöhen. Allmählich kann dann der Futterplan um Gammarus, verschiedene Fischsorten, mageres Geflügel (z. B. Hühnerfleisch), Regenwürmer und Kellerasseln ergänzt werden. Jungtiere fressen erfahrungsgemäß kaum pflanzliche Nahrung.

Haltung

Kinosternon baurii gelten unter den Klappschildkröten zwar als gute Schwimmer, bewegen sich jedoch eher laufend, bzw. kletternd fort. Die Becken der Jungtiere, als auch die der ausgewachsenen Schildkröten sollten daher gut strukturiert sein (z.B. durch Wurzeln etc...) und ein Bodengrund, z.B. eine durch Sand sollte nicht fehlen. Die Wasseroberfläche muss kletternd zu erreichen sein. Schwimmpflanzen wie Froschbiss, Wasserlinse und Wassersalat bieten Deckung und dienen gleichzeitig als pflanzliches Futter für ältere Tiere. Als Versteck bietet sich ein halbierter Tontopf an.
Die Wasserhöhe richtet sich nach der Kondition der jeweiligen Tiere. Der Wasserstand sollte schrittweise auf 20-25 cm bei adulten Tieren und 10-15 cm bei Jungtieren erhöht werden. Bei Schlüpflingen wie auch bei Tieren, die mit wenigen cm Wasserstand gehalten wurden wird der Wasserstand langsam und schrittweise erhöht, ansonsten besteht die Gefahr des Ertrinkens!
Für geschlechtsreife Weibchen darf ein Eiablageplatz nicht fehlen, denn auch Weibchen, die ohne Männchen leben, können Eier ausbilden und müssen diese ablegen. Durch einen unterschwimmbaren Eiablageplatz spart man Platz und bietet ein zusätzliches Versteck an, weiter kann der Eiablageplatz gleichzeitig als Landteil genutzt werden. Als Substrat eignet sich Sand (leicht angefeuchtet = krümelige Konsistenz), Kokosfaser bzw. Torf oder ein Gemisch aus Beidem.

Temperatur

Die Wassertemperatur im Sommer beträgt ca. 25-28° C. Durch das Anbringen einer Zeitschaltuhr ist eine Nachtabsenkung um ein paar Grad möglich.
Die Lufttemperatur sollte 2° C höher sein als die Wassertemperatur. Hierzu kann das Becken abgedeckt werden, es sollte jedoch nicht vor Luftfeuchtigkeit beschlagen.

Haltung von Schlüpflingen

Da der Wasserstand von wenigen cm schwer zu beheizen ist, hat sich die Unterbringung in Plastikboxen bewährt. Diese werden in ein halb gefülltes Glasaquarium gehängt. Das darin, durch einen Heizstab erwärmte Wasser im Glasaquarium beheizt so die Plastikboxen. Ein täglicher Wasserwechsel ist nötig. Die sonstige Haltung gleicht der Haltung der adulten Tiere.

Beleuchtung

Diese Art bevorzugt Becken, in denen es sowohl dunkle Bereiche zum Verstecken gibt, als auch Plätze, wo sich die Tiere z.B. im seichten Wasser sonnen können. Hierfür bringt man einen Spot in der Nähe des Landteils an, welcher sowohl diesen als auch einen kleinen Teil des Flachwassers beleuchtet. Der Spot wird später im Besonderen von trächtigen Weibchen vor der Eiablage genutzt. Steht das Becken sehr hell kann ansonsten auf eine weitere Beleuchtung, wie z. B. durch eine HQI verzichtet werden. Steht das Becken dunkler wird dieses durch eine Leuchtstoffröhre beleuchtet. Soll als Beleuchtung eine HQI angebracht werden, ist darauf zu achten, dass ein Großteil des Wassers nicht allzu stark beleuchtet wird, bzw. durch Schwimmpflanzen beschattet wird.

Gruppenhaltung

Erfahrungsgemäß lassen sich die Tiere nicht sehr lange in einer Gruppe halten. Selbst Schlüpflinge werden von mir, auf Grund von Futterstreitigkeiten, bzw. Dominanzverhalten, nach 2-3 Wochen in getrennten Becken untergebracht, danach werden auch vorher unterdrückte Schlüpflinge aktiver.

Winterruhe

Für die zweimonatige Winterruhe wird die Temperatur schrittweise auf ca. 12-15° C reduziert und die Beleuchtungszeit bis auf 0 Stunden angepasst.

Beckengröße

Becken mit dem Maßen 100 x 50 x 60 bzw. größere Becken sind geeignet.

Literaturangaben und Buchtipp

Schlammschildkröten von Maik Schilde aus dem Natur und Tier-Verlag, für 24,80 Euro ist ein sehr empfehleswertes Buch für den Pfleger von Schlammschildkröten, zu denen die Moschusschildkröten gehören.


Autor & Copyrihgt: Stephanie Müller

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