Wasserschildkröten

 

 

Buchtipp

Wapelhorst: Schmuckschildkröten, 6,95 Euro

Rückenstreifen- oder Südliche Zierschildkröten, Chrysemys picta dorsalis

Schutzstatus

Alle Zierschildkröten sind im Anhang B der EU-Artenschutzverordnung aufgeführt und somit meldepflichtig. Der Handel mit Herkunftsnachweis innerhalb der EU ist legal.

Verbreitung

Die Unterart Chrysemys picta dorsalis kommt vom südlichen Illinois bis in den Nordwesten von Alabama sowie entlang des Mississippi bis zum Golf von Mexiko vor. Das Verbreitungsgebiet der anderen Unterarten der Zierschildkröte kann hier nachgelesen werden.

Größe

Die Rückenstreifen-Zierschildkröte ist mit 15-16cm bei den Weibern und gerade einmal 10-11cm bei den Männern angenehm klein und von der Größe her besser unterzubringen als die großen Schmuckschildkröten.

Lebensweise

Chrysemys sind ausgezeichnete Schwimmer und sie sonnen sich gerne. Bei der geringsten Ruhestörung verschwinden sie im Wasser. Ebenso kann man sie an der Wasseroberfläche treiben beobachten, wie sie Wärme tanken.

Haltung

Zur Zimmerhaltung ist ein geräumiges Aquarium von mindestens 200 Litern zu empfehlen. Der Wasserstand im Aquarium sollte so hoch wie möglich sein, muss jedoch mindestens der Panzerlänge des größten Tieres entsprechen, besser mehr. Auch Baby-Zierschildkröten kommen mit einem hohen Wasserstand gut zurecht. Für die Wasserreinigung sorgt ein großzügig dimensionierter Wasserfilter, Innenfilter müssen öfter gereinigt werden als größere Außenfilter. So ein Filter macht einen regelmäßigen Teilwasserwechsel nicht überflüssig. Zur Beheizung des Wassers sind Aquarienheizstäbe geeignet, nachts kann das Wasser etwas kühler sein. Die Wassertemperatur schwangt im Jahresrhythmus, am wärmsten ist es im Juli/August mit bis zu 27°C, dann wird es jeden Monat ein paar Grad kälter, im Winter sind es für 3-4 Monate nur 10-15°C, nach der Überwinterung erhöht man Monat für Monat das Wasser um einige Grad, bis man wieder den Hochpunkt im Sommer erreicht hat. Beleuchtung: Auf das Landteil muss ein Wärmespot (kein Infrarot) gerichtet sein der für eine punktuelle Erwärmung auf 40°C sorgt. Zur Versorgung der Zierschildkröten mit UV-B-Licht ist die Osram UltraVitalux, täglich 20 Minuten, ein Meter Abstand zur Schildkröte, am geeignetsten.
Für den Landteil gibt es verschiedene Möglichkeiten, am einfachsten ist ein frei schwimmendes Stück Kork. Besser ist eine Zierkorkröhre, welche man zwischen der Front- und Rückscheibe einklemmen kann. Diese Landteile nehmen keinen Schwimmraum weg, unter dem Landteil können die Schildkröten hindurchschwimmen. Auch ein Steinaufbau ist als Landteil geeignet nimmt aber viel Schwimmraum weg. Der Sonnenplatz muss unbedingt trocken sein, so dass beim Sonnen auch der Bauchpanzer der Schildkröte abtrocknen kann. Wenn geschlechtsreife Weibchen gepflegt werden ist auch ein Eiablageplatz erforderlich, dieser kann aus einer Wanne, gefüllt mit einem Sand-Erde-Gemisch, bestehen. Die Wanne wird in das Aquarium eingehängt oder auf einen Steinaufbau im Aquarium gestellt, die Wanne muss über eine Lauframpe erreichbar sein.
Auf den Aquarien-Boden kann man eine Schicht Kies, Sand oder Lava verteilen, zur einfacheren Reinigung kann man jedoch auch darauf verzichten, dann streiche ich den Aquarienboden von außen dunkel an, so kommt es nicht zu Spiegelungen.

Eine Haltung im ungeschützten Gartenteich ist bei dieser Art nicht möglich.

Ernährung

Im Zoofachhandel ist Wasserschildkrötenfutter erhältlich, dies sollte jedoch so selten wie möglich verfüttert werden. Es können die verschiedensten Würmer, Bachflohkrebse (Gammarus), Ameisenpuppen, Larven, Regenwürmer, Heuschrecken, kleine Süßwasserfische, Fischstückchen etc. verfüttert werden. Mehlwürmer und Zophobas sollten nur sehr selten verfüttert werden. Sehr wichtig ist auch die Fütterung von Grünfutter, z.B. Löwenzahn, Wasserpflanzen etc. Bereits Jungtiere nehmen pflanzliche Nahrung zu sich, bei Tieren ab 10cm Panzerlänge sollte die Fütterung bereits zu 30% aus Pflanzen bestehen.
Mehr zur Ernährung hier!

Zucht

Wenn die Tiere mit drei bis fünf Jahren geschlechtsreif werden kommt es zu ersten Paarungsaktivitäten. Wenn nun noch kein Eiablageplatz zur Verfügung steht sollte dieser nun in das Aquaterrarium eingebracht werden, dies können Blumenkästen, Plastik- und Terrakottagefässe sein. Der Behälter sollte so tief sein das die Schildkröte senkrecht hineinpasst, stößt ein Tier beim Graben nämlich auf den Boden hört es auf zu buddeln und fängt woanders neu an. Als Substrat hat sich ein Erd-Sand-Gemisch bewährt.

Es werden je nach Größe und Alter des Tieres in der Regel bis zu sechs Eier gelegt, die 4cm lang sind und einen Durchmesser von 2cm haben.

Bei Temperaturen von 26 bis 30°C dauert die Inkubation zwischen 41-67 Tagen. Bei Temperaturen über 28,5°C schlüpfen dabei Weibchen und bei Temperaturen darunter Männchen.

Als Substrat hat sich ein Sand-Erde-Gemisch bewährt. Die Eier werden eingegraben. Wenn die Substrat- und/oder Luftfeuchtigkeit zu gering ist fallen die Eier nach wenigen Stunden ein, daher sollte bei gesättigter Atmosphäre inkubiert werden.

Buchtipps

Schmuckschildkröten: halten & pflegen, beobachten & verstehen von Xaver Wapelhorst, aus dem Kosmos-Verlag, 6,95 Euro. Auch wenn der Titel Schmuckschildkröten lautet, werden in diesem Buch auch die Zierschildkröten behandelt, denn sie gehören zur Unterfamilie der Schmuckschildkröten-Artigen. Das Buch bietet eine sehr praxisnahe Haltungsanleitung, inkl. einer guten Überwinterungs-Anleitung.

 

 

Zierschildkröten von Andreas S. Hennig, aus dem Natur und Tier-Verlag, 19,80 Euro. Für jeden Halter von Zierschildkröten ist dieses Buch zu empfehlen. Es wird ausführlich jede Unterart beschrieben, auch deren Entstehung. Der Haltungsteil ist sehr ausführlich.

 

 

 

Links

http://www.horsfieldii-richter.de/cpdorsalis.html

http://www.dorsalis.de private Homepage nur über Chrysemys p. dorsalis

http://turtles.unsre-bu.de/arten/ Haltungsbericht

http://www.schildkroetenteiche.de/chrysemys%20picta%20dorsalis.htm Haltung und Zucht

Verwendete und weiterführende Literatur

DÜLLO, C. (1994): Beobachtungen bei der Haltung und Nachzucht von Chrysemys picta dorsalis. - elaphe, 2(1): 30-33.

ERNST C., LOVICH J. & BARBOUR R. (1994): Turtles of the United States and Canada.- Washington (Smithsonian Books), 578 S.

MÜLLER V., SCHMIDT W. (2002): Schildkröten im Gartenteich.- Münster (Natur- und Tierverlag), 112 S.

MÜLLER, M. (1996): Handbuch ausgewählter Klimastationen der Erde. - Trier (Forschungsstelle Bodenerosion der Universität Trier Mertesdorf [Ruwertal] 5) 400S.

VETTER, H. (2004): Turtles of the World Vol. 2 North America. Edition Chimaira/Verlag ACS GmbH (AQUALOG), 127S.

WALZ, M. (1998): Chrysemys picta dorsalis. Die Südliche Zierschildkröte. - Fachmagazin Schildkröte, 1(4): 46-49.

WAPELHORST, X. (2005): Zierschildkröte Chrysemys picta. - ATinfo, Steyer, 23 (11): 151-152

WAPELHORST, X. (2007): Buchstaben-Schmuckschildkröten Trachemys scripta. - ATinfo, Steyer, 25 (2): 19-22

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