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Zierschildkröten, Chrysemys pictaAls Zierschildkröte wird die Art Chrysemys picta bezeichnet, dieser Text behandelt drei der vier Unterarten:
Die vierte Unterart Chrysmys picta dorsalis, die Rückenstreifen-Zierschildkröte, wird hier beschrieben. Farmnachzuchten aus dem Süden der USA und Wildfänge von Zierschildkröten waren bis zur Unterschutzstellung häufig im Zoohandel. Nun sind alle Zierschildkröten (Chrysemys picta) im Anhang B der EU-Artenschutzverordnung aufgeführt und somit meldepflichtig, mit Importen in die EU ist daher nicht mehr zu rechnen. Nachzuchten und Tiere die sich schon in der EU befinden dürfen jedoch mit Herkunftsnachweis gehandelt werden. VerbreitungZierschildkröten (Chrysemys picta) kommen von der Ostküste quer durch Nordamerika bis zur Westküste vor. GrößeVon den drei hier behandelten Unterarten wird Chrysemys picta bellii mit 25cm am größten, Chrysemys picta picta und Chrysemys picta marginata bleiben mit ca.18cm deutlich kleiner. Die Angaben sind Maximal-Werte für Weibchen, in der Regel bleiben die Tiere etwas kleiner. Männchen bleiben kleiner als Weibchen. ![]() LebensraumObwohl Chrysemys picta spp. sehr anpassungsfähig ist, bevorzugt sie ruhige Gewässer welche einen schlammigen, weichen Bodengrund und reichlich Unter- sowie Überwasservegetation haben. Wichtig sind auch geeignete Sonnenplätze, bevorzugt solche von denen sie sich ins Wasser fallen lassen kann wenn ein Feind in Sicht ist. Außer zum Sonnen und zur Eiablage verlassen die Zierschildkröten das Wasser i.d.R. nicht. AquarienhaltungZur Zimmerhaltung ist ein geräumiges Aquarium von mindestens 200 Litern für eine Zierschildkröte zu empfehlen. Der Wasserstand im Aquarium muss mindestens der Panzerlänge des größten Tieres entsprechen, besser mehr. Auch Baby-Zierschildkröten kommen mit einem hohen Wasserstand gut zurecht. Für die Wasserreinigung sorgt ein großzügig dimensionierter Wasserfilter, Innenfilter müssen öfter gereinigt werden als größere Außenfilter. So ein Filter macht einen regelmäßigen Teilwasserwechsel nicht überflüssig. TeichhaltungWenn die Zierschildkröten größer als 10 cm sind können sie auch von Mai bis Oktober im Teich gehalten werden. Wenn die Tiere hinausgesetzt werden muss das Wasser im Teich bereits eine Temperatur von 20°C aufweisen und die Luft muss etwas wärmer sein. Bei Kälteeinbrüchen müssen die Schildkröten wieder ins Haus geholt und ins Aquarium gesetzt werden. Der Teich sollte nach Süden ausgerichtet sein, damit er viel Sonne bekommt. Pro Tier sollten sich 300 Liter Wasser im Teich befinden, wichtig sind viele Flachwasserzonen die sich schnell in der Sonne erwärmen. Damit die Tiere den Teich nicht verlassen muss eine Gehegeumgrenzung aus Holz oder Stein vorhanden sein, mindestens doppelt so hoch wie die Panzerlänge der Schildkröten damit sie nicht ausbrechen können. Bepflanzt werden kann mit kräftigen Teichpflanzen, denen die Zierschildkröten nichts anhaben können, wie z.B. Rohrkolben, Schilf oder die Sumpfdotterblume. Optimal ist es wenn ein Baumstamm vom Land in das Wasser reicht damit sich die Zierschildkröten auf dem Sonnen können. An Land muss für geschlechtsreife Weibchen ein Eiablageplatz mit einem Sand-Erde-Gemisch vorhanden sein. Immer wieder hört man von Zierschildkröten die erfolgreich im Gartenteich überwintern, solchen Berichten stehe ich etwas skeptisch gegenüber. Das Verbreitungsgebiet von Chrysemys picta ist sehr groß, Tiere aus dem nördlichen Verbreitungsgebiet können durchaus im Teich überwintern, jedoch weiß man leider sehr selten etwas über die genaue Herkunft der Zierschildkröten. Lässt man dann Zierschildkröten im Teich überwintern so kann man Glück haben, oder halt auch Pech. Wenn die Schildkröten nicht schon im ersten Winter sterben, so kann es auch noch im dritten oder fünften sein, ein gewisses Risiko besteht immer. Das Problem ist nicht vorrangig der lange Winter, sondern die feucht-kalten Übergangszeiten bereiten den Schildkröten Probleme. GruppenhaltungEine gemeinsame Haltung von mehreren Schildkröten ist leider meist nicht ohne weiteres möglich. ErnährungIm Zoofachhandel ist Wasserschildkrötenfutter erhältlich, dies sollte jedoch so selten wie möglich verfüttert werden. Es können die verschiedensten Würmer, Bachflohkrebse (Gammarus), Ameisenpuppen, Larven, Regenwürmer, Heuschrecken, kleine Süßwasserfische, Fischstückchen etc. verfüttert werden. Mehlwürmer und Zophobas sollten nur sehr selten verfüttert werden. Sehr wichtig ist auch die Fütterung von Grünfutter, z.B. Löwenzahn, Wasserpflanzen etc. Bereits Jungtiere nehmen pflanzliche Nahrung zu sich, bei Tieren ab 10cm Panzerlänge sollte die Fütterung bereits zu 30% aus Pflanzen bestehen. WinterstarreDie Winterstarre sollten die Schildkröten niemals im Teich verbringen! Das Ozeanisch geprägte Klima in Deutschland ist nicht mit dem kontinentalen Klima der USA zu vergleichen. Die Winterstarre sollte im ersten Lebensjahr nur einen Monat dauern, je älter die Tiere werden desto länger kann die Winterstarre dauern. Adulte Tiere sollten 3-4 Monate überwintert werden. Überwintert wird in einem Raum der Temperaturen von 4°C bis 8°C aufweist, sollte so ein Raum nicht zur Verfügung stehen kann man die Schildkröten auch in einem Kühlschrank überwintern. Vor dem Einwintern müssen die Schildkröten eine bis zwei Wochen fasten, da wenn noch Futterreste im Magen-Darm-Bereich sind, diese zu einer inneren Vergiftung führen. Wenn die Tiere nicht draußen im Teich waren muss man jetzt beginnen die Temperaturen langsam zu senken und die Beleuchtungsdauer reduzieren, im Teich macht die Natur dies von alleine. Dann kommen die Tiere einzeln in Behälter die eine Panzerbreite bis eine Panzerlänge hoch mit Wasser (4-8°C) gefüllt sind. Zum Auswintern erhöht man über zwei Wochen langsam die Temperatur auf 20°C und kann die Tiere dann wieder ins Aquarium setzten, oder wenn es draußen schon warm genug ist in den Teich. ZuchtEs werden je nach Größe und Alter des Tieres 2 bis 14 Eier gelegt, im Abstand von mehreren Wochen können weitere Eiablagen erfolgen. Die Eier werden vorsichtig ausgegraben und in den Inkubator überführt, dabei dürfen diese aber nicht gedreht werden. Als Inkubator für Zierschildkröteneier eignet sich die Aquarienmethode nach BUDDE (nachzulesen in fast jedem Schildkrötenbuch). Das Geschlecht der Jungtiere hängt von der Inkubationstemperatur ab, bei Temperaturen von 22-27,5°C schlüpfen Männchen, bei 29-32°C schlüpfen Weibchen. Die Inkubation dauert zwischen 55 und 80 Tage. Als Substrat hat sich ein Sand-Erde-Gemisch bewährt. Die Eier werden eingegraben. Wenn die Substrat- und/oder Luftfeuchtigkeit zu gering ist fallen die Eier nach wenigen Stunden ein, daher sollte bei gesättigter Atmosphäre inkubiert werden. AufzuchtNach dem Schlupf sind die Zierschildkröten um die 25mm groß und wiegen um die 3 Gramm. Die Schlüpflinge werden so lange im Inkubator gelassen bis sich ihr Dottersack komplett abgebaut hat. Danach sind die Zierschildkröten in ein Aufzuchtsaquarium zu setzten, welches zur besseren Reinigung einfach aufgebaut ist: wichtig ist ein einfach zu erklimmender Landteil mit einem Wärmespot (40°C im Zentrum), Der Wasserstand sollte 10cm betragen und je mehr die Zierschildkröten wachsen erhöht werden, die Wassertemperatur sollte in den ersten Monaten tags 28°C und nachts 25°C betragen. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist zum gesunden Wachstum ebenso nötig wie UV-Bestrahlung. Sehr wichtig ist eine tägliche abwechslungsreiche und ausgewogene Fütterung der Schlüpflinge. Sie fressen unter Umständen am Anfang nur Lebendfutter, wie Mückenlarven (alle "Farben"), kleine Regenwürmer, Wasserflöhe und Tubifex. Buchtipp
Linkshttp://turtles.unsre-bu.de/arten/ Haltung von Chrysemys picta bellii http://www.schmuckschildkroeten.de/ARTEN/Chrysemys/chrysemys.html Informationen zur allen Unterarten der Zierschildkröte http://www.schildkroetenteiche.de/marginata_dok.htm Informationen zur Mittelländischen Zierschildkröte http://www.horsfieldii-richter.de/chrysemys.html Informationen zu Chrysemys picta picta http://chrysemys.com/pages/zierschildkroeten.php Infos und schöne Bilder zu allen vier Unterarten
Verwendete und weiterführende Literatur
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