Wasserschildkröten

 

 

Buchtipps

Wapelhorst: Wasserschildkröten-Fibel

Wapelhorst: Schmuckschildkröten, 6,95 Euro

Wasserschildkröten-Eier ausbrüten

Bergen der Eier

Vor der Eiablage ist die weibliche Wasserschildkröte deutlich unruhiger und sucht den Landteil auf um Probegrabungen zu machen. Nun buddelt man vorsichtig im Substrat des Landteils um die Eier zu finden. Hat man die Schildkröteneier gefunden werden sie ohne zu drehen in den Inkubator überführt. Denn anders als Vogeleier sterben die Eier der Wasserschildkröten ab wenn sie nach der Eiablage gedreht werden. Am besten kennzeichnet man die Oberseite des Eies mit einem weichen Bleistift.

Brutsubstrat

Ich verwende gerne das für Pflanzen entwickelte Seramis als Brutsubstrat. Bevor ich die Eier in Kuhlen des Brutsubstrates lege, wird es angefeuchtet um eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit im Inkubator zu gewährleisten.

Aquarien-Methode

Aus einem Aquarium kann man leicht einen Inkubator bauen, Bastelanleitungen gibt es in vielen Schildkrötenbüchern, z.B. in dem am Ende dieser Seite empfohlenen Buch. Auch im Internet finden sich Anleitungen, zum Beispiel auf: www.dghtserver.de/dialog/AGEJ/Inkubatorbau.html

Kunstglucken

Inzwischen gibt es jedoch eine Vielzahl käuflicher Inkubatoren, teilweise ähneln sie der Aquarienmethode, andere haben das Heizelement unter dem Deckel.

Bruttemperatur und Brutdauer

Eine pauschale Angabe zur Bruttemperatur und Brutdauer zu machen ist nicht möglich. Die meisten Eier von Wasserschildkröten können bei Temperaturen von knapp über 20°C bis über 30°C bebrütet werden. Die Inkubationsdauer hängt mit der Bruttemperatur zusammen, bei höheren Temperaturen schlüpfen die Schildkröten schneller als bei tieferen Temperaturen. Nach frühestens zwei Monaten kann man mit den ersten Schlüpflingen rechnen.

Bei den meisten Wasserschildkröten-Arten hängt das spätere Geschlecht der Jungtiere von der Bruttemperatur ab, bei niedrigeren Temperaturen schlüpfen Männchen, bei höheren schlüpfen Weibchen. Die Temperatur bei der gleichviele Männchen wie Weibchen schlüpfen nennt man Scheitelpunkttemperatur, sie liegt genau zwischen den Temperaturbereichen für Männchen und Weibchen.

Bei der Schmuckschildkröten-Verwandschaft liegt die Scheitelpunkttemperatur bei etwa 28,5°C. Bei niedrigeren Temperaturen schlüpfen mehr männliche Wasserschildkröten, bei höheren mehr Weibchen. Sicher erkennen kann man das Geschlecht einer Wasserschildkröte jedoch erst nach ein paar Jahren.

Männliche Wasserschildkröten eignen sich in meinen Augen besser für eine Haltung als Haustier, da sie kleiner bleiben und später keinen Eiablageplatz benötigen. Daher brüte ich nur einen kleinen Teil meiner Wasserschildkröteneier bei höheren Temperaturen, für Schildkrötenhalter die gerne ein Weibchen haben möchten.

Entwicklung im Ei

Ist man sehr neugirig, so kann man die Eier nach einiger Zeit durchleuchten, um zu sehen wie sich die kleine Schildkröte entwickelt. Natürlich bekommt man keinen Röntgenblick ins Ei, aber sieht doch wie sich erst ein paar Äderchen bilden und mit der Zeit ein schwarzer Fleck der immer größer wird, bis er das ganze Ei ausfüllt. Ein schönes Video davon ist hier mal beispielhaft für eine Chinesische Dreikielschildkröte zu sehen. Je nach Art und Bruttemperatur entwickeln sich die Embryos aber natürich unterschiedlich schnell. Außerdem sieht man in diesem Video auch sehr schön wie sich inerhalb weniger Tage die weiße Binde um das Ei bildet. An der weißen Binde kann man befruchtete Eier erkennen. Bei mir sind jedoch auch aus Eiern die keine Binde gebildet haben gesunde Jungschildkröten geschlüpft.

Schlupf der Babyschildkröten

Sind die kleinen Schildkröten soweit, dann ritzen sie sich mit dem an der Schnauzenspitze befindlichen Eizahn ein Loch in das Ei und strecken zunächst ihr Köpfchen heraus. Nun ruhen sich die Schlüpflinge ersteinmal aus, der gesamte Schlupfvorgang kann mehrere Tage dauern. Wenn der Dottersack nach dem Schlupf schon vollständig eingezogen ist können die Schlüpflinge ins Aufzuchtaquarium einziehen. Sollte bei einer Babyschildkröte jedoch noch ein Dottersackrest sichtbar sein, wie auf dem nachfolgenden Foto, so können die Wasserschildkröten ihr Aufzucht-Aquarium noch nicht sofort beziehen. Zunächst werden sie einige Tage auf ein mit Betaisodona oder Betadine (aus der Apotheke) getränktes Küchentuch in den Inkubator gesetzt. Nach spätestens einer Woche sollte der Dottersack eingezogen worden sein und die Babys können ins Aquarium umziehen.

Buchtipp

Inkubation von Reptilieneiern: Grundlagen - Anleitungen - Erfahrungen von Gunther Köhler, Herpeton-Verlag

Das Standardwerk zum Ausbrüten von Reptilieneiern wurde überarbeitet und stark erweitert. Schwerpunkte dieses Buches bilden: Aufbau eines Reptilieneies, Embryonale Entwicklungsstadien bei Schildkröten, Krokodilen, Echsen und Schlangen; Physiologische Grundlagen: Der Einfluss der Temperatur auf den Schlupferfolg und auf das Geschlecht der Tiere, Der Einfluss der Feuchtigkeit, Abwehrmechanismen des Eies; Eiablage und Inkubation im natürlichen Lebensraum und im Terrarium; Brutpflege bei Reptilien; Der Einfluss der Muttertierkondition auf die Qualität der Eier; Die Technik der künstlichen Inkubation; Anleitung zum Selbstbau eines Motorbrüters; Pflege und Kontrolle der Eier; Absterben von Schlupfreifen Jungtieren; Spezieller Teil zu einzelnen Tiergruppen, Tabellarischer aktualisierter Anhang mit Inkubationsdaten der eierlegenden Reptilienarten(erweitert von 1400 auf über 1750 Arten und Unterarten), u.v.m.

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