Wasserschildkröten

 

 

Buchtipps

Wapelhorst: Wasserschildkröten-Fibel

Wapelhorst: Schmuckschildkröten, 6,95 Euro

Chinesische Streifenschildkröte, Ocadia sinensis

Neuerdings wird diese Art nicht mehr in die Gattung Ocadia sondern in die Gattung Mauremys gestellt, wird dann also als Mauremys sinensis (GRAY, 1834) bezeichnet. Ein weiterer deutscher Name, unter der die Art gelegentlich im Zooladen angeboten wird, ist Bunte Dreikielschildkröte.

Erwerb

Gelegentlich werden Chinesische Streifenschildkröten im Zoohandel angeboten, Züchter gibt es leider hierzulande nicht sehr viele.

Größe

Ocadia sinensis kann eine Panzerlänge von 25cm erreichen.

GeschlechtsunterschiedeChinesische Streifenschildkröte

Weibliche Tiere haben einen deutlich kürzeren Schwanz als Männchen. Des weiteren ist die Kloake, die gemeinsame Körperöffnung für Darm-Harn-und-Geschlechtsorgane, bei Weibchen noch innerhalb des äußeren Panzerrandes, beim Männchen jedoch deutlich außerhalb.

Verbreitung

Ocadia sinensis kommt auf der Insel Hainan, in Taiwan, im südlichen China bis zum Einzugsgebiet des Roten Flusses in Vietnam vor.

Haltung

Das Aquarium für diese mittelgroß werdene Wasserchildkröte sollte mindestens eine Länge von 120cm aufweisen, Jungtiere können anfangs in kleineren Becken untergebracht werden. Da es sich um gute Schwimmer handelt sollte der Wasserstand so hoch wie möglich gewählt werden, mindestens jedoch der Panzerlänge der größten gepflegten Schildkröte entsprechen.

Sauberes Wasser ist für diese Wasserschildkröte sehr wichtig, neigt sie doch zu Pilzkrankheiten und Nekrosen, es sollte daher über einen großzügig dimensionierten Außenfilter oder einen guten Innenfilter, wie dem Hamburger Mattenfilter, gefiltert werden. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist jedoch auch bei dem besten Filter nötig, etwa alle zwei Wochen die Hälfte des Wassers sollte es sein. Zur Beheizung des Wassers sind Heizstäbe aus dem Zoohandel geeignet.

Für den Landteil gibt es verschiedene Möglichkeiten, welche hier beschrieben werden. Der Sonnenplatz muss unbedingt trocken sein, so dass beim Sonnen auch der Bauchpanzer der Schildkröte abtrocknen kann. Wenn geschlechtsreife Weibchen gepflegt werden ist auch ein Eiablageplatz erforderlich, dieser kann aus einer Wanne, gefüllt mit einem Sand-Erde-Gemisch, bestehen. Die Wanne wird in das Aquarium eingehängt oder auf einen Steinaufbau im Aquarium gestellt, die Wanne muss über eine Lauframpe erreichbar sein. Auf den Aquarien-Boden kann man eine Schicht Kies, Sand oder Lava verteilen, zur einfacheren Reinigung kann man jedoch auch darauf verzichten, dann streiche ich den Aquarienboden von außen dunkel an, so kommt es nicht zu Spiegelungen.

Beleuchtung

Diese Art ist ein regelrechter Sonnenanbeter, eine Beleuchtung mit einer Halogenmetalldampflampe (HQI) ist unbedingt zu empfehlen. Auf dem Landteil sollte man unbedingt einen Sonnenplatz anbieten auf dem etwa 40-45°C mittels eines Spots oder der HQI erreicht werden. Genaueres zur Beleuchtung findet sich auf der Beleuchtungsseite

Ernährung

Die Chinesische Streifenschildkröte ist ein Gemischtköstler, Jungtiere und Männchen fressen etwas mehr tierische Futtermittel, müssen aber auch immer Zugang zu Wasserpflanzen haben. Weibliche Tiere sollten fast nur mit pflanzlichen Futtermitteln, wie Wasserpest und Entengrütze, ernährt werden. Während der etwas kälteren Übergangszeiten nehmen jedoch auch Weibliche Ocadia sinensis etwa ein Drittel tierische Futtermittel zu sich.
Gebräuchliche Futtermittel sind hier beschrieben.

Temperatur und Überwinterung

Die Überwinterung sollte bei Temperaturen von 15°C über zwei Monate erfolgen, bei diesen Temperaturen liegt die Beleuchtungsdauer bei etwa sechs Stunden. In den Übergangszeiten (von etwa zwei Monaten vor und zwei Monaten nach der Überwinterung) empfehlen sich Temperaturen von 20 - 24°C und eine Beleuchtungsdauer von acht bis 10 Stunden. In den restlichen Monaten sollte die Beleuchtungsdauer bei mindestens 12 Stunden liegen und die Wassertemperatur zwischen 25 und 28°C.

Gruppenhaltung

Eine gemeinsame Haltung mit anderen Arten ist abzulehnen. Untereinander kann es, wenn das Aquarium groß genug ist, klappen, muss aber nicht. Einzelhaltung ist jedoch immer vorzuziehen. Was sonst bei einer eventuellen Gruppenhaltung zu beachten ist, ist hier beschrieben.

Buchtipps


"Die Chinesische Streifenschildkröte" von Maik Schilde, 9,80 Euro
Ein kleines, aber feines, Büchlein über diese Art. Für den Anfänger mein Tipp!







"Asiatische Sumpfschildkröten. Die Familie der Geomydidae in Südostasien, China und Japan" von Maik Schilde, 39,80 Euro
Wenn man etwas mehr erfahren möchte, so sei dieses Buch empfohlen. Es ist auch ideal als Ergänzung zu dem zuvor genannten Buch. Es behandelt weit aus mehr als nur Ocadia sinensis, nämlich die Familie Geomydidae, die Asiatischen Sumpfschildkröten.



 

Links

mauremys-info.de

schildkroeten-im-fokus.de

Verwendete und weiterführende Literatur

ARTNER, H. (2000): Regelmäßige Nachzucht von Ocadia sinensis (GRAY, 1834) im Terrarium, S. 117 - 122. In: Artner, H. und E. Meier: Grosses Schildkrötensymposium. 5. Jahrestagung der Schildkrötenfreunde Österreich, Salzburg. NTV-Verlag.

BLANCK, T. & T. KREMSER (2008): Erstfund von Ocadia sinensis (GRAY, 1843) auf der Insel Lamma, Hongkong (China), mit Bemerkungen über Verbreitung, Habitate, Gefährdung und Vermehrung in Menschenobhut in China. - Radiata 17 (4): 2-18.

CHEN & LUE (1998): Ecology of the Chinese stripe-necked turtle, Ocadia sinensis (Testudines: Emydidae), in the Keelung River, northern Taiwan.- Copeia 1998 (4): 944-952.

CHEN & LUE (1999): Food habits of the Chinese stripe-necked turtle, Ocadia sinensis, in the Keelung River, northern Taiwan.- Journal of Herpetology 33 (3): 463-471.

FRITZ, U. & P. HAVAS (2006): Checklist of Chelonians of the World, at the request of the CITES Nomenclature Committee and the German Agency for Nature Conservation. Dresden: German Federal Ministry of Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety and Museum of Zoology, 230 S.

MÜLLER, M. (1996): Handbuch ausgewählter Klimastationen der Erde. - Trier (Forschungsstelle Bodenerosion der Universität Trier Mertesdorf [Ruwertal] 5) 400S.

PFAU, B. & J. WIECHERT (2003): Gedanken zur Fütterung von Wasserschildkröten.- Emys, St. Pölten, 10 (4): 4-50

Twardak, J. (2010): Haltung und Nachzucht der Chinesischen Streifenschildkröte, Ocadia sinensis. - Radiata 19 (1): 53-64

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