Ertrinkungsgefahr durch Dekoration: Steine, Wurzeln, Figuren

Das Thema „Verklemmungsgefahr“ wird tatsächlich oft unterschätzt, gerade bei sehr aktiven Wasserschildkröten, die ausgesprochen neugierig sind und beim Jagen oder Erkunden erstaunlich hartnäckig werden können.

Grundsätzlich ist es sinnvoll Verstecke für die Schildkröte, aber auch für eventuelle Mitbewohner (wie Fische oder Garnelen) anzubieten. Gerade strukturreiche Bereiche können helfen, dass sich Fisch- und Garnelenpopulationen halten und sogar vermehren können.

Tontopf als Versteck für eine Moschusschildkröte

Können sich Schildkröten verkeilen?

Ja, durchaus, allerdings eher selten mit dem Kopf allein, sondern häufiger mit dem gesamten Vorderkörper oder dem Panzer. Besonders problematisch sind enge Spalten, Wurzeln oder Dekorationen, in die die Tiere beim Jagen „mit Schwung“ hineingehen und sich dann beim Rückwärtsmanövrieren verkeilen.

Der Gedanke „der Kopf passt ja wieder heraus“ stimmt theoretisch zwar, in der Praxis entstehen Probleme aber oft dadurch, dass der Panzer breiter ist als die Öffnung, die Tiere sich drehen oder verkeilen oder sie in Panik geraten und sich ungünstig festdrücken.

Bei Wasserschildkröten besteht dabei tatsächlich ein Ertrinkungsrisiko. Besonders junge oder hektische Tiere überschätzen sich manchmal deutlich.

Rechts und links sieht man Firstziegel als Versteckmöglichkeit, unter der Wasseroberfläche schwimmt viel Hornkraut, in dem sich Garnelen und Fische verstecken können.

Was ist mit Spiderwood oder oder anderen Wurzeln?

    Auch dort besteht grundsätzlich eine gewisse Gefahr. Spiderwood ist meist weniger kritisch als enge Felsspalten, weil Holz oft etwas nachgibt und unregelmäßig geformt ist. Trotzdem können sich Schildkröten zwischen Ästen einklemmen, insbesondere, wenn viele enge Gabelungen vorhanden sind.

    Ich persönlich bevorzuge bei Wasserschildkröten eher große, offene Strukturen mit breiten Durchgängen. Es sollen keine Fallen entstehen, aus denen die Schildkröte nicht direkt rückwärts wieder herauskommt.

    Halbierte Tontöpfe oder Tonröhren bieten ein gutes Versteck für Schildkröten

    Welche Lochgrößen sind unproblematisch?

      Es gibt da keine feste Angabe. Nach meiner Erfahrung sind vor allem Öffnungen problematisch bei denen der Kopf leicht hineinpasst, aber der Panzer blockieren kann.

      Ganz kleine Öffnungen sind oft ungefährlicher, weil die Schildkröte erst gar nicht hineinkommt. Kritisch ist eher der Zwischenbereich.

      Wichtig ist vor allem, dass es keine Sackgassen gibt. Die Schildkröte muss komplett hindurch passen, also von einem Ende zum anderen problemlos passieren können. Die Verstecke sollten zudem keine scharfen Kanten haben.

      Regelmäßig beobachten, wie das Tier mit der Einrichtung umgeht.

      Generell gilt: Wenn du beim Betrachten einer Struktur spontan denkst „da könnte sie sich festfahren“, passiert das oft früher oder später tatsächlich auch.