Gurken für Wasserschildkröten

Die Menschen haben das Bedürfnis alles mögliche an ihre Wasserschildkröten zu verfüttern. Häufig werde ich zum Beispiel nach Gurken gefragt. Daher hier Infos zu Salatgurken (Cucumis sativus).

Dürfen Wasserschildkröten Gurken fressen?

Man kann seinen Wasserschildkröten gelegentlich etwas Gurke geben, ja. Aber häufiger als alle zwei Wochen würde ich Gurke nicht füttern. Wirklich sinnvoll ist das Verfüttern von Gurken an Wasserschildkröten allerdings nicht. Man kann also auch wunderbar auf Gurken verzichten. Meine Wasserschildkröten bekommen nie Gurke.

Das einzige Gemüse welches man sinnvoll an Wasserschildkröten verfüttern kann ist die Möhre.

Wenn Gurken verfüttert werden, dann unbedingt Salatgurken bzw. Schlangengurken. Keinesfalls eingelegte Gurken!

Nährstoffe in Gurken

Klassischerweise fehlen in der Ernährung von Wasserschildkröten vor allem zwei Nährstoffe: Kalzium und Vitamin A.

Der Kalziumgehalt von Gurken ist niedrig, wenn man Gurken schält sinkt er zusätzlich. Einen Kalziummangel kann man mit Gurken also nicht ausgleichen. Zumal Gurken auch mehr Phosphor als Kalzium enthalten und daher ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis haben.

Der Gehalt an Beta-Carotin von Gurken ist mit 93 mg/kg TS (entspricht 155.031 IE Vitamin A/kg TS) nicht so extrem hoch. Klar, Äpfel haben mit 1,92 mg/kg TS noch weniger, aber die Möhre enthält 644 mg/kg TS.

Nährstoff-Analyse-Daten von Gurken in der Trockensubstanz (aus WAPELHORST 2014):

mit Schaleohne Schale
Trockensubstanz g/kg uS40,331,5
Rohasche g/kg TS95,877,8
Rohprotein g/kg TS179171
Rohfett g/kg TS14,113,5
Rohfaser g/kg TS96,366,6
Ca g/kg TS6,274,61
P g/kg TS7,336,64
Ca/P-Verhältnis0,8550,694

Literatur

SOUCI, S. W., W. FACHMANN, H. KRAUT, H. SCHERZT & F. SENSER (2000): Die Zusammensetzung der Lebensmittel – Nährwert-Tabellen. – Medpharm Scientific Publishers (Stuttgart), 1182 S.*

WAPELHORST, X. (2014): Untersuchungen zur Aufnahme und Bedeutung von Beifutter für die Nährstoffversorgung granivorer Ziervogelspezies (Kanarienvögel, Wellensittiche, Rosenköpfchen). – Dr. Hut-Verlag (München), 165 S.