Wasserschildkröten

 

 

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Rotbauch-Spitzkopfschildkröte, Emydura subglobosa

In älterer Literatur wird diese Art als Emydura albertisii oder Emydura australis subglobosa bezeichnet, inzwischen veralterte Namen für die selbe Art.

Erwerb

Gelegentlich werden Rotbauch-Spitzkopfschildkröten im Zoohandel angeboten. Empfehlenswerter ist jedoch der Kauf bei einem Züchter dieser schönen Schildkröte. Da sie relativ leicht nachzuziehen ist gibt es ein paar Züchter.

Größe

Männchen erreichen 20 cm Panzerlänge, Weibchen werden mit 26 cm etwas größer.

Geschlechtsunterschiede

Weibliche Tiere haben einen deutlich kürzeren Schwanz als Männchen. Des weiteren ist die Kloake, die gemeinsame Körperöffnung für Darm-Harn-und-Geschlechtsorgane, bei Weibchen noch innerhalb des äußeren Panzerrandes, beim Männchen jedoch deutlich außerhalb. Auf dem Foto hier sieht man Tiere beiderlei Geschlechts, oben rechts ein Männchen, unten links ein Weibchen.

Verbreitung und Unterarten

Zwei Unterarten werden anerkannt: Emydura subglobosa subglobosa (KREFFT, 1876) und Emydura subglobosa worrelli (WELLS & WELLINGTON, 1985).
Die Nominatform Emydura subglobosa subglobosa kommt im südlichen West-Neuguinea (Indonesien), im südlichen Papua Neuginea, sowie im nördlichen Queensland vor.
Die so gut wie gar nicht in Europa gepflegte Unterart Emydura subglobosa worrelli kommt in Nördlichen Territorium und im nordwestlichen Queensland in Australien vor.

Haltung

Das Aquarium für diese mittelgroß werdene Fluss-Schildkröte sollte mindestens eine Länge von 150cm aufweisen, Jungtiere können anfangs in kleineren Becken untergebracht werden. Da es sich um ausgiebiege Schwimmer handelt sollte der Wasserstand so hoch wie möglich gewählt werden, mindestens jedoch der Panzerlänge der größten gepflegten Schildkröte entsprechen.

Sauberes Wasser ist für diese Wasserschildkröte sehr wichtig, es sollte daher über einen großzügig dimensionierten Außenfilter oder einen guten Innenfilter, wie dem Hamburger Mattenfilter, gefiltert werden. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist jedoch auch bei dem besten Filter nötig, etwa alle zwei Wochen die Hälfte des Wassers sollte es sein. Zur Beheizung des Wassers sind Heizstäbe aus dem Zoohandel geeignet.

Im Sommer sollten die Tiere bei Wassertemperaturen von knapp unter 30°C gehalten werden, im Frühjahr und Herbst empfehlen sich Temperaturen von etwa 26-27°C. Eine Winterruhe hält diese Art nicht, daher reicht es zur Simulation des Winters die Temperaturen auf 22-25°C zu senken. Da diese Wasserschildkröte von der Südhalbkugel unserer Erde kommt, sind in der Heimat die Jahreszeiten umgekehrt zu unseren, wenn wir Winter haben herscht in Australien und Neuguinea Sommer. Die Tiere die sich in Europa befinden sind hier jedoch meist schon sehr lange an den Jahreszeitenwechsel der Nordhalbkugel gewöhnt.

Emydura subglobosa

Für den Landteil gibt es verschiedene Möglichkeiten, am einfachsten ist ein frei schwimmendes Stück Kork. Besser ist eine Zierkorkröhre, welche man zwischen der Front- und Rückscheibe einklemmen kann. Diese Landteile nehmen keinen Schwimmraum weg, unter dem Landteil können die Schildkröten hindurchschwimmen. Auch ein Steinaufbau ist als Landteil geeignet nimmt aber viel Schwimmraum weg. Der Sonnenplatz muss unbedingt trocken sein, so dass beim Sonnen auch der Bauchpanzer der Schildkröte abtrocknen kann. Wenn geschlechtsreife Weibchen gepflegt werden ist auch ein Eiablageplatz erforderlich, dieser kann aus einer Wanne, gefüllt mit einem Sand-Erde-Gemisch, bestehen. Die Wanne wird in das Aquarium eingehängt oder auf einen Steinaufbau im Aquarium gestellt, die Wanne muss über eine Lauframpe erreichbar sein. Auf den Aquarien-Boden kann man eine Schicht Kies, Sand oder Lava verteilen, zur einfacheren Reinigung kann man jedoch auch darauf verzichten, dann streiche ich den Aquarienboden von außen dunkel an, so kommt es nicht zu Spiegelungen.

Beleuchtung

Diese Art ist nicht sehr anspruchsvoll was die Beleuchtung betrifft, eine Beleuchtung mit einer HQI ist nicht unbedingt erforderlich.
Eine Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren reicht aus. Dazu befestigt man über dem Aquarium eine Leuchtstoffröhre, es reicht ein Modell aus dem Baumarkt, diese unterscheiden sich nicht wesentlich von den Zoohandelsröhren. Leuchtstoffröhren mit UV-Anteil kann ich nicht empfehlen, diese verlieren ihren UV-Anteil sehr schnell und müssen daher vier mal im Jahr ausgetauscht werden um die Schildkröte genügend mit UV-Licht zu versorgen, da ist die Anschaffung einer Osram UltraVitalux deutlich billiger. Zur Wärmeregulation der Schildkröte wird noch ein Spotstrahler installiert, auch hier genügen Spots aus dem Baumarkt vollkommen. Als UVB-Quelle eine Osram UltraVitalux empfehlenswert.
Auch wenn oftmals behauptet wird die Rotbauch-Spitzkopfschildkröte bräuchte keinen Sonnenplatz da sich die Tiere eh nicht sonnen würden, kann ich dies nicht bestätigen. Bei mir sonnten sich Tiere aller Altersklassen und beiderlei Geschlechts gelegentlich, lange nicht so oft wie dies beispielsweise Schmuckschildkröten tun, aber sie tun es. Am häufigsten sonnen sich Weibchen die kurz vor der Eiablage stehen. Daher sollte man unbedingt einen Sonnenplatz anbieten auf dem etwa 40-45°C mittels eines Spots erreicht werden.

Gruppenhaltung

Diese Art ist eine recht gut verträgliche Art und es können mehrere Tiere in einem Becken meist problemlos gemeinsam gepflegt werden. Doch sollte auch bei dieser Art auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältniss geachtet werden, d.h. auf ein Männchen sollten zwei Weibchen kommen. Doch bestätigen Ausnahmen ja bekanntlich die Regel: sollten sich die Schildkröten nicht vertragen, und sich beispielsweise ständig durch das Becken jagen, müssen die Tiere getrennt werden. Eine gemeinsame Haltung mit anderen Arten ist abzulehnen.

Ernährung

Die Rotbauch-Spitzkopfschildkröte ist ein Gemischtköstler dem die ganze Palette an tierischen Futtermittel geboten werden kann, doch sollten auch pflanzliche Futtermittel regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Der Schwerpunkt liegt jedoch ganz klar bei den tierischen Futtermitteln. Im Gegensatz zu vielen anderen Wasserschildkröte kann man Emydura subglobosa auch selten Obst anbieten. Weitere Futtermittel.

Winterruhe

Im natürlichen Verbreitungsgebiet dieser Wasserschildkröte wird es nicht so kalt dass sie eine Winterruhe halten würde. Daher benötigt sie auch in Heimtierhaltung keine, vielmehr noch, es würde ihr sogar schaden sie im Winter Temperaturen von unter 20°C auszusetzen. Für den Winter reicht eine Temperaturabsenkung für zwei Monate auf 22-25°C.

Links

wasserschildkroeten.eu

Verwendete und weiterführende Literatur

BUDISCHEK, A. (2001): Haltung und Zucht der Rotbauch-Spitzkopfschildkröte Emydura subglobosa (KREFFT, 1876) in der F2 Generation. - Emys, 8 (1): 4-18.

FRITZ, U. & P. HAVAS (2006): Checklist of Chelonians of the World, at the request of the CITES Nomenclature Committee and the German Agency for Nature Conservation. Dresden: German Federal Ministry of Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety and Museum of Zoology, 230 S.

JUNGNICKEL, J. (1990): Daten zur Fortpflanzung der Rotbauch-Spitzkopfschildkröte, Emydura australis subglobosa, in Gefangenschaft. - herpetofauna, Weinstadt, 12 (68): 11-14

MÜLLER, M. (1996): Handbuch ausgewählter Klimastationen der Erde. - Trier (Forschungsstelle Bodenerosion der Universität Trier Mertesdorf [Ruwertal] 5) 400S.

PAWLOWSKI, S. (2001): Nachzucht der Rotbauch-Spitzkopfschildkröte (Emydura subglobosa (Krefft, 1876)) - Bemerkungen zu Eiablage und Schlupferfolg. Elaphe. 9(4):2-6.

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